FWW: Hallenbad sichern – Prioritäten setzen statt alles versprechen!

19.08.2026

Im Kommunalwahlkampf ist vieles wichtig. Ein modernes Hallenbad ist wichtig. Gute Sportanlagen sind wichtig. Unsere Schulen sind wichtig. Straßen, Feuerwehr, Kindergärten und viele andere Dinge ebenfalls. 

Aber verantwortungsvolle Kommunalpolitik bedeutet auch, ehrlich zu sagen, was wir uns leisten können – und was nicht. Wir als Freie Wählergemeinschaft Wiesmoor (FWW) weisen bereits seit Langem und nicht erst im Wahlkampf immer wieder auf die schwierige finanzielle Situation unserer Stadt hin.Gerade in zahlreichen Sitzungen des Finanzausschusses haben wir deutlich gemacht: Wiesmoor kann sich nicht zwei Großprojekte gleichzeitig leisten! 

Auf der einen Seite steht der geplante Neubau eines Kunstrasenplatzes. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Aufgabe der Stadt. Trotz möglicher Fördermittel verbleibt nach derzeitiger Größenordnung immer noch ein Eigenanteil von etwa 800.000 bis 1.000.000 Euro, den die Stadt Wiesmoor selbst aufbringen muss. Wir als FWW haben deshalb gegen dieses Projekt gestimmt.Nicht, weil wir gegen Fußball sind. Nicht, weil uns unsere Sportvereine oder die wichtige Jugendarbeit der Vereine egal wären.Sondern weil wir der Überzeugung sind, dass wir Prioritäten setzen müssen, wenn das Geld nicht für alles reicht. Denn auf der anderen Seite steht eine Aufgabe, die für die Zukunft unserer Stadt von wesentlich größerer Bedeutung ist: Unser Hallenbad. 

Das Hallenbad ist in die Jahre gekommen. In den kommenden Jahren werden voraussichtlich viele Millionen Euro für eine grundlegende Sanierung oder möglicherweise sogar einen Neubau erforderlich sein. Und genau dafür werden wir jeden finanziellen Spielraum benötigen, den Wiesmoor hat. Für uns hat das Hallenbad deshalb oberste Priorität: 

Schwimmen lernen: Kinder müssen in Wiesmoor weiterhin die Möglichkeit haben, sicher schwimmen zu lernen. Schulschwimmen: Mit drei Grundschulen und unserer KGS brauchen wir auch zukünftig ein Hallenbad für einen verlässlichen Schwimmunterricht. Sicherheit unserer Kinder: Schwimmen zu können ist keine Freizeitbeschäftigung allein – es kann Leben retten. Angebot für alle Generationen: Vom Kind bis zum Senior profitieren Menschen aus der gesamten Stadt von einem Hallenbad. Gesundheit und Prävention: Schwimmen, Wassergymnastik, Reha- und Gesundheitssport sind gerade auch für ältere Menschen von großer Bedeutung. Infrastruktur für ganz Wiesmoor: Ein Hallenbad ist keine Einrichtung für eine einzelne Interessengruppe, sondern ein Angebot für die gesamte Bevölkerung. Natürlich wäre es schön, beides zu haben: ein saniertes oder neues Hallenbad und zusätzlich einen neuen Kunstrasenplatz. Aber Politik darf sich nicht darauf beschränken, den Menschen zu erzählen, was sie gerne hören möchten. Politik muss auch erklären, wie all diese Wünsche bezahlt werden sollen. Wenn nun im Kommunalwahlkampf die Bedeutung des Hallenbades besonders hervorgehoben wird, gleichzeitig aber zusätzliche Großprojekte beschlossen werden, muss die Frage erlaubt sein: Woher soll das Geld kommen? Genau auf diesen Widerspruch haben wir als FWW in den vergangenen Jahren immer wieder hingewiesen. 800.000 bis 1.000.000 Euro Eigenanteil sind für eine Stadt wie Wiesmoor kein Kleingeld. Dieses Geld kann an anderer Stelle fehlen – und aus unserer Sicht werden wir es für die Zukunft unseres Hallenbades dringend benötigen.Deshalb möchten wir den Bürgerinnen und Bürgern auch im Wahlkampf nicht den Eindruck vermitteln, dass am Ende einfach alles gleichzeitig möglich sein wird. Versprechen kann man vieles. Bezahlen muss es am Ende die Stadt – und damit die Bürgerinnen und Bürger. 

Unsere Haltung war deshalb schon vor dem Wahlkampf klar und sie bleibt es auch: Erst das Notwendige sichern. Dann über das Wünschenswerte entscheiden. Wir wollen das Hallenbad langfristig erhalten und eine tragfähige Finanzierung sicherstellen. Solange nicht geklärt ist, wie uns das gelingt, halten wir weitere freiwillige Großprojekte in Millionenhöhe für finanziell nicht verantwortbar. Das mag weniger spektakulär sein als neue Versprechen. Aber für uns ist genau das verantwortungsvolle Kommunalpolitik: Prioritäten setzen. Ehrlich rechnen. Und nur das versprechen, was Wiesmoor auch bezahlen kann. 

Freie Wählergemeinschaft Wiesmoor (FWW)

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